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Region muss den ersten Schritt fürs Hallenbad machen

Die Zukunftsaussichten für die Rheinauer Klosterinsel sind erfreulich. Der Abschluss des Architekturwettbewerbs lässt hoffen, dass nun endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden können. Umso bedauerlicher ist es, dass der Regierungsrat die Gemeinde Rheinau und ihr Hallen- und Freibad ganz offensichtlich im Regen stehen lassen will. So zumindest ist es der kürzlich veröffentlichten Stellungnahme der Regierung auf eine Anfrage zur Zukunft des Hallen- und Freibads Rheinau zu entnehmen: Die Anlage sei zwar auf kantonalem Land und mit namhaften Beiträgen des Kantons errichtet worden, daraus liessen sich aber keine weiter gehenden Verpflichtungen ableiten. Auch das kommende neue Finanzausgleichssystem lasse eine Beteiligung des Kantons an den Betriebskosten nicht zu. Geradezu zynisch ist die Zusicherung der Regierung, sich gegebenenfalls am Rückbau zu beteiligen – im Klartext: Beim Abriss dürfe man mit Kantonsmillionen rechnen, nicht aber mit bescheidenen Beiträgen für Betrieb oder künftige Sanierungen.

Man muss schon sehr genau lesen, um in der regierungsrätlichen Stellungnahme einen Schimmer Hoffnung für Rheinau zu erkennen: Zwischen den Zeilen deutet die Regierung immerhin an, dass sie eine Mitfinanzierung noch einmal prüfen würde, wenn für die Anlage eine regionale Trägerschaft gefunden werden könnte. Damit liegt der Ball bei der ganzen Region. Die umliegenden Gemeinden – weshalb nicht auch Jestetten und Lottstetten? – sind aufgefordert, zusammen mit Rheinau eine vernünftige neue Trägerschaft für das Hallenbad zu entwickeln und eine jährliche Kostenbeteiligung zu prüfen. Dies erst würde es ermöglichen, noch einmal beim Kanton anzuklopfen. Gründe für eine kantonale Beteiligung gibt es nämlich tatsächlich. Die Berufswahlklassen in Rheinau und die nun konkreter werdenden neuen Nutzungen der Klosterinsel, vor allem die Hauswirtschaftskurse für die Kantonsschulen, rechtfertigen einen namhaften Beitrag des Kantons. Voraussetzung aber ist, dass die Region selbst den ersten Schritt tut und sich solidarisch hinter das Rheinauer Hallenbad stellt.
Markus Späth, Kantonsrat, Präsident SP Bezirk Andelfingen

(Quelle: Schaffhauser Nachrichten vom 11. März 2010)


Datum der Neuigkeit 11. März 2010
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